"Wein soll begeistern – nicht belehren."
Ein Gespräch mit unserem Sommelier Fabian Kutsch.
Fabian Kutsch ist seit Kurzem ausgebildeter Sommelier – und das mit echter Leidenschaft. Während seiner berufsbegleitenden Weiterbildung reiste er unter anderem nach Südafrika und besuchte zahlreiche deutsche Weingüter. Er probierte, stellte Fragen, vertiefte sein Wissen – und entwickelte seine ganz eigene Handschrift. Heute ist er unser Weinbotschafter mit Begeisterung für Menschen, Aromen und besondere Momente im Glas.
Fabian, du hast parallel zur Arbeit die Sommelier-Ausbildung gemacht – wie kam es zu dieser Entscheidung, und was hat dich besonders motiviert?
Das Thema Wein hat mich in meiner Hotelfachausbildung sofort gepackt. Der damalige Sommelier hat mich im Abendservice auch immer Weine probieren lassen. So kam es dann, dass ich mich auch in meiner Freizeit mehr mit dem Thema beschäftigt habe.
Wie würdest du deine Weinphilosophie beschreiben – was ist dir wichtig, wenn du Weine auswählst oder empfiehlst?
Ich finde, es ist in unserem Zeitalter schon recht einfach geworden, richtig gute Qualitäten zu bestimmen. Wenn der Wein mir schmeckt, finde ich das großartig. Wenn der Winzer dazu noch sympathisch ist, dann ist es perfekt.
Fabian Kutsch
Unsere Weinkarte hat inzwischen über 350 Positionen mit teils beeindruckenden Jahrgangstiefen. Was macht sie für dich besonders?
Genau das. Ich bin schon immer jemand gewesen, der gerne mit anderen geteilt hat. Der Moment, wenn ich Gästen einen gereiften Wein empfehlen kann und er ihnen schmeckt, macht mich das ebenfalls glücklich. Es ist einfach etwas Besonderes, einen alten Wein zu trinken – man fühlt sich wie in einer Zeitkapsel.
Während deiner Ausbildung warst du unter anderem auf einem Weingut in Südafrika. Was hast du von dort mitgenommen – fachlich, aber auch persönlich?
Ich habe eine Menge gelernt. Das Klima dort ist ja schon ein komplett anderes als in Deutschland. Die Weine tendieren dazu, etwas opulenter zu sein. Aber die Menschen dort und die Gastfreundschaft in diesem Land sind auf einem ganz anderen Level. Ich habe mich einfach so wohl gefühlt. Es hat mir so viel Spaß gemacht, mit den unterschiedlichsten Menschen bei der Lese zu sein. Ich habe Niels und Penny sehr viel zu verdanken.
Auch auf deutschen Weingütern warst du viel unterwegs. Gibt es eine Begegnung oder ein Erlebnis, das dir besonders in Erinnerung geblieben ist?
Ich war bei Gut Hermannsberg an der Nahe und fand es sehr spannend, die unterschiedlichen Lagen zu probieren, in denen man gerade stand. Man bekommt ein Gefühl dafür, wie unterschiedlich Weine schmecken können, obwohl sie direkt nebeneinander liegen.
Viele Gäste sind beim Thema Wein eher zurückhaltend. Wie nimmst du ihnen die Scheu – und wie gelingt ein entspannter Zugang zur Weinkarte?
Ich finde, es ist weniger geworden. Immer mehr Menschen trauen sich an das Thema heran. Es ist ein sehr komplexes Thema, aber man muss es ja nicht studieren, sondern einfach nur trinken 😊 Ich freue mich immer sehr, wenn Gäste nicht genau wissen, was sie trinken wollen, und bereit sind, etwas Neues auszuprobieren – so findet man meist die spannendsten Weine.
Und ganz persönlich zum Schluss: Welche Rebsorte oder welcher Wein ist aktuell dein Favorit – und warum?
Oh Gott, ich wusste, die Frage kommt. Mir ist egal, was andere Leute sagen, aber ich liebe Chardonnay und Pinot Noir. Ich weiß, das klingt langweilig, aber mir schmeckt das einfach. Was soll ich sagen – die Weine aus dem Burgund sind einfach unübertroffen gut.